Artikel aus der Zeitung „Ganzheitsmedizin“ von Frau Dr. Gerda Kippes, FÄ für Orthopädie

Ismakogie

Dimage061as sperrige und etwas altmodisch anmutende Kunstwort ist ein Akronym und steht für: Ideale — Schwingungsrhythmik — der Muskeln — im Alltag — nach körpereigenen — Ordnungsgesetzen.

 

 

 

 
2.    Neuraltherapie wird als mit jeder anderen Methode kompatibel beschrieben. Nur selten sind wir mit NT als Monotherapie nachhaltig erfolgreich. Bewegungstherapie wird fast immer Bestandteil eines Behandlungskonzeptes sein.

3. Die Entscheidung, zu welchem Zeitpunkt welche Form der Bewegungstherapie/Physiotherapie angemessen ist, liegt, als „Regisseure“ der gesamten Therapieplanung oft bei uns: Wir müssen ein Basiswissen über Wege zur Selbstwahr- nehmung haben und individuell (unter Rücksichtnahme auf finan- zielle Ressourcen des Patienten!) beraten.

4. Erreichen wir therapeutisch kei- ne vollständige Symptombefreiung/ Heilung, ist es unsere Aufgabe den Patienten beim Wiedererlangen positiver Leiberfahrung zu un- terstützen. Zu häufig wird er mit seinem versehrten Körper alleine gelassen. Aus diesem Grund haben wir Kolleglnnen gebeten, Ihre persönliche Lieblingsmethode vorzustellen.

Dr. Gerda Kippes, FÄ für Orthopädie und über viele Jahre Kassierin der ÖNR, bringt uns das Wesen der ISMAKOGIE näher.

Begründet wurde die lsmakogie Mitte des vorigen Jahrhunderts von der Wienerin Anne Seidel. Die gelernte Kosmetikerin studierte an den Universitäten Wien und Innsbruck die Anatomie und Physiologie des menschlichen Körpers. Sie erkannte, dass ursprüngliche und natürliche Bewegungsabläufe im Lauf der Entwicklung verloren gegangen sein mussten — und setzte alles daran, diese Harmonie der Bewegung, das Zusammenspiel von Bewegung und Atmung, eine entspannte und aufrechte Körper- haltung wieder freizulegen. Und das ohne Anstrengung. Anne Seidel berücksichtigte die Einheit von Körper und Geist und erkannte den Wert der Übungen für die psychische Ausgeglichenheit.
Mit 97 Jahren starb Anne Seidel 1997 in Wien.

 

Alltag als Training, Harmonie und Bewusstheit der Bewegung
Es ist also eine Haltung und Bewegungslehre, die uns bewusstmachen soll wie man gelenkschonend, also ökonomisch geht, steht und sitzt und Harmonie in den Alltag bringt. Jede unserer Alltagshandlungen kann so zum Übungsanlass werden.

Mit sanften Übungen wird nicht nur die oberflächliche Muskulatur gekräftigt, sondern auch die kleinsten, tiefen Muskelpartien angesprochen sowie der Faszientonus verändert.
Die Stabilität des ganzen Körpers wird erhöht, der Beckenboden gekräftigt und die Koordination verbessert. Balanceübungen sind ein integrierter Bestandteil des Konzeptes.

lsmakogie macht den Übenden die Zusammenhänge innerhalb des Körpers bewußt: Die Aktivierung von Muskelketten wird bewusst wahrgenommen (z.B. kommt es beim Zehenstand zu Muskelanspannung bis in den Nackenbereich).

Durch lsmakogie kommt es zu einer Verbesserung der Haltung, zu einer Entlastung der Muskelansätze zu muskulärer Entspannung und Harmonisierung der Atmung. Diese Effekte können sicher zu einer zusätzlichen Unterstützung unserer Therapien führen.

Ein weiteres Plus: Erlernen kann man diese Methode an den Volkshochschulen, die seit Jahrzehnten hauptsächlich für die Verbreitung der Methode verantwortlich sind.

„lmmer wieder hören wir von Kursteilnehmern, dass sich Muskelverspannungen lösen und Probleme an der Wirbelsäule oder an Knie- oder Hüftgelenken bessern“
Die lsmakogie sei zwar keine Heilbehandlung, aber als Unterstützung einer solchen immer wieder höchst erfolgreich. Ursula Imber: „Besser wäre es natürlich, wenn die Menschen zur lsmakogie kämen, bevor es irgendwo weh tut.

Wer sich über das Kursangebot informieren will, kann das im Internet unter www.lsmakogie-anneseidel.at tun. Literatur ist leider spärlich vorhanden und zur Zeit vergriffen, reiche Auswahl gibt es noch auf dem second hand Büchermarkt. Gute Anleitungen zum sofort Mit- üben bietet you tube.

lsmakogie findet auch außerhalb der Grenzen Österreichs ihre Anhänger: Es gibt Angebote in der Schweiz, Deutschland, Frankreich, den Niederlanden und sogar in den USA. Nun wurde die sanfte Bewegungslehre auch von der EU gewürdigt: Sie hat ein zweijähriges Förderprojekt bewilligt, in dessen Rahmen der internationale Aus- tausch von lsmakogie-Lehrinhalten verbessert werden soll.

Eine einfache, für die lsmakogie typische Übung:
Sie setzt bei den Füßen an: Sie stehen in offener V-Stellung. Das Körpergewicht soll in einer leicht schwingenden Bewegung so verlagert werden, dass sich ein liegender „8er“ ergibt. Beginnend vom rechten Fersenpunkt über die rechte Außenseite des Fußes und den Punkt beim kleinen Zeh zum Punkt bei der großen Zehe. Weiter geht es mit dem linken Fersenpunkt und dem Außenrand des linken Fußes zur linken kleinen Zehe und schließlich zum Punkt bei der linken großen Zehe. Mit dem rechten Fersenpunkt beginnt die Bewegung von vorn. Wer die Übung richtig macht, spürt Auswirkungen auf den ganzen Körper — bis hin zu den Gesichtsmuskeln.

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